Kinder als Autor:innen
In vielen Klassen unserer Schule findet wöchentlich die Schreibzeit nach Beate Leßmann statt. In dieser festen, ritualisierten Zeit haben die Kinder Raum, eigene Ideen, Erlebnisse und Fantasien frei zu Papier zu bringen. Sie wählen ihre Themen selbst, schreiben in ihrem Tempo und überarbeiten ihre Texte Schritt für Schritt.
Ein fester Bestandteil der Schreibzeit ist die Autor:innenrunde. Hier lesen die Kinder ihre Texte freiwillig vor und erhalten wertschätzende Rückmeldungen von ihren Mitschüler:innen. So erleben sie sich als Autor:innen und lernen, Texte gemeinsam weiterzuentwickeln. Die Lehrkräfte begleiten den Schreibprozess unterstützend und geben gezielte Impulse.
Auf dieser Seite haben unsere Kinder die Möglichkeit, ihre Texte zu veröffentlichen. Sie geben Einblick in die vielfältigen Gedankenwelten, die Kreativität und die Freude am Schreiben unserer Schüler:innen.
Viel Spaß beim Schmökern wünschen die Autor:innen der Grundschule Hemmingen! 📖✨
Herr Jakob auf Schlittenfahrt (Reyansh, 4c)
Gestern war draußen alles weiß. Bello, das war der Hund von Herr Jakob, bellte aufgeregt. „Was ist denn los, Bello?“, fragte Herr Jakob, der den Schnee noch nicht bemerkt hatte. Bello bellte nochmal und zog Herrn Jakob Richtung Fenster. „Ist was los? Ist das Fenster kaputt gegangen?“, fragte Herr Jakob und kam zum Fenster. Erst dann bemerkte er den Schnee. Bello kannte noch keinen Schnee. Herr Jakob erklärte Bello, dass das Schnee war. „Und im Schnee kann man Schlittenfahren!“, rief Herr Jakob fröhlich. „Aber erst müssen wir uns warm anziehen, sonst frieren wir in der Kälte.“ Sie zogen sich warm an. Sogar Bello trug Mütze und Schal. Danach gingen sie zum Berg, der hinter dem Haus stand. Dort gab es auch einen kleinen Schuppen, wo Herr Jakob alles Mögliche verstaute. Blumentöpfe, Samen, ein Schlitten, Autoreifen und vieles mehr. Er holte den Schlitten und ging dann mit Bello Richtung Berg. „Auf zum Schlittenberg!“, rief er dabei.
Dort angekommen sah Bello Fahnen. Die waren noch vom letzten Jahr. Er begann wieder zu bellen. Herr Jakob erklärte ihm, dass die zur Orientierung der Bahn dienten. Endlich konnten sie anfangen! Sie fuhren los und Herr Jakob orientierte sich an den Fahnen. Doch plötzlich kam eine scharfe Kurve, aber die sah Herr Jakob nicht. Nun standen sie mutterseelenallein ohne irgendeine Orientierung im Schnee. Die beiden wussten nicht, was sie tun sollten. Aber wo waren die Fahnen? „Ich hatte die Fahnen doch ganz genau verfolgt“, sagte Herr Jakob. Bello bellte. Wahrscheinlich wusste er, was passiert war. Aber leider konnte er nicht die menschliche Sprache. Plötzlich sah Bello in der Ferne ein Licht. Schon wieder bellte er. Dieses Mal hatte es auch Herr Jakob gesehen. Dann rodelten sie Richtung Licht. Dabei sahen sie nicht, wie ihr gemeiner Nachbar sie auf seinem motorisierten Schlitten verfolgte. Aber als sie näherkamen, sahen sie, dass der Schnee das Sonnenlicht nur reflektierte. Herr Jakob lachte, aber er wusste selbst nicht warum. Der Nachbar hörte das Lachen und schmiedete einen bösen Plan. Plötzlich sah Herr Jakob etwas am Bergrand schimmern. Bello bellte nervös und Herr Jakob wurde etwas skeptisch. „Ich hatte vorhin irgendwas gehört“, sagte er. „Es klang wie ein Motorschlitten, aber ich wollte nicht mitten in der Fahrt nach hinten schauen, denn sonst wären wir vielleicht gegen einen Baum oder gegen etwas anderem gefahren. Sollen wir nachschauen was das ist?“, fragte Herr Jakob seinen Hund. „Wau, Wau!“, machte Bello. „Soll das etwa ja heißen?“, fragte Herr Jakob nochmals. Bello bellte. „Okay, dann aber ganz vorsichtig“, sagte Herr Jakob. Der Nachbar hatte die Stelle neben der Klippe mit sehr rutschigem Eis bedeckt, wo Herr Jakob und Bello ausrutschen sollten. Als die beiden aber dann mit langsamem Tempo die Klippe erreichten, schlitterte der Schlitten nur langsam über den Rand hinaus. So hatten die beiden noch ein bisschen Zeit, um den Schlitten zu bremsen. Allerdings war das ganze ganz schön schwierig und der Schlitten schaukelte gefährlich über der Klippe. Herr Jakob hörte von unten ein fieses Lachen und er schaute kurz runter. Dort stand ihr gemeiner Nachbar und strahlte mit seiner Taschenlampe auf einen plastischen Diamanten. „Meine Güte, Herr Müller!“, rief Herr Jakob entrüstet. „Was soll denn das?!“ Herr Müller war der Nachbar von Herrn Jakob und Bello. Er mochte die beiden nicht. Bello machte sein großes Geschäft manchmal in Herr Müllers Garten und als Herr Müller versuchte, ihn einzusperren, befreite Herr Jakob ihn immer. Deshalb mochte er die beiden nicht und wollte sich rächen.
Als Herr Jakob anfing, sich und Bello mit dem Schlitten rüber zu balancieren, dachte sich Herr Müller einen neuen Plan aus. Er wollte Herr Jakob und Bello von der Klippe runterschubsen! Dabei dachte er allerdings nicht an die Falle, die er für Herr Jakob und Bello erstellt hatte. Als er jedoch den halben Weg zurückgelegt hatte, fiel ihm ein, dass er mit seinem Motorschlitten viel schneller fahren könnte. Also lief er den ganzen Weg zurück, um sich seinen Motorschlitten zu holen. Nun startete Herr Müller erneut, aber diesmal mit Motorschlitten. Als Herr Jakob Herr Müller erblickte, wie er da den Berg hochfuhr, hatte Herr Jakob ein ungutes Gefühl. „Der hat bestimmt nichts Gutes im Kopf“, dachte Herr Jakob. „Bestimmt eine seiner dummen Ideen. Wir sind noch nicht ganz an der eisfreien Zone angekommen und wenn ich zu schnell probiere, uns rüber zu balancieren, dann rutschen wir vielleicht wieder zurück und fallen die Klippe runter. Aber Herr Müller ist schon fast oben angekommen. Der macht bestimmt nur Ärger. Was mache ich jetzt?“ Als Herr Jakob Herr Müller mit hohem Tempo auf sie zufahren sah, sagte er zu Bello: „Das ist ein Notfall! Wir müssen schneller voran kommen. Für Sicherheit bleibt uns keine Zeit mehr. Wenn wir zurückrutschen, können wir uns vielleicht retten, aber vor Herrn Müller müssen wir uns in Acht nehmen. Seine Pläne sind zwar dumm, aber auch gefährlich. Herr Müller hatte, während Herr Jakob sprach, den Motorschlitten geparkt und kam jetzt mit ausgestreckten Händen auf die beiden zu gerannt. „Aaaa, jetzt verstehe ich den Sinn vom Plan“, flüsterte Herr Jakob seinem Hund zu. Dann flüsterte er den Plan in die Schlappohren von
Bello. Er sagte auch, was Bello machen sollte. Herr Müller konnte sehr schnell rennen, aber seine Schwäche lag am Bremsen, dass wusste Herr Jakob. Herr Jakob hatte ein sehr großes Kissen dabei, fragt mich nicht warum, ich weiß es auch nicht. Das schmiss er die Klippe runter, damit sie sich nicht verletzten, wenn sein Plan nicht funktionierte. Doch der Plan funktionierte! Als Herr Müller auf sie zukam, duckten sie sich zur Seite und Herr Müller griff ins Leere. Dann fiel er die Klippe herunter. Allerdings verletzte er sich nicht, weil er auf das Kissen fiel, was Herr Jakob für Bello und ihn runter geschmissen hatte.
„So, jetzt gehen wir mal nach Hause. War schon genug Stress mit dem Miesepeter“, sagte Herr Jakob. „Und Zuhause nehme ich ein warmes Bad und du darfst heute ausnahmsweise auf dem Sofa schlafen. So gingen sie nach Hause. Und was war mit Herr Müller? Der ging auch nach Hause und so endet die Geschichte von Herrn Jakob und von Bello.
